BP11: Peer-to-Peer-Vertrag umsetzen – Schritt für Schritt
Vom Mustervertrag bis zur ersten Rechnung: So setzen Sie einen Peer-to-Peer-Vertrag in der Praxis um.

Wer Strom per Peer-to-Peer teilen möchte, braucht einen klaren Vertrag und ein paar Schritte beim Netzbetreiber. Mit den kostenlosen Musterverträgen gelingt der Einstieg ohne großen Aufwand.
So gehen Sie vor
- Voraussetzungen prüfen: Alle Beteiligten haben einen Smart Meter mit Viertelstundenwerten und einen aufrechten Stromliefervertrag. Der Strom stammt aus erneuerbaren Quellen.
- Variante wählen: Ein Erzeuger → Mustervertrag 1:1/1:n. Mehrere Erzeuger → Mustervertrag n:n.
- Nahebereich festlegen: Hauptleitung, Lokalbereich (Trafostation) oder Regionalbereich (Umspannwerk). Je näher, desto günstiger die Netzentgelte.
- Teilnahmefaktor festlegen: Welcher Anteil des Stroms geht in diesen Vertrag? Wichtig, wenn Sie zusätzlich in einer EEG sind.
- Preis vereinbaren: in Cent pro kWh, frei verhandelbar.
- Vertrag unterschreiben und festlegen, ob Erklärungen auch per E-Mail oder Messenger gelten.
- Beim Netzbetreiber anmelden: über ebUtilities bzw. das Kundenportal von Netz NÖ. Die Abnehmer geben ihre Daten frei.
- Abrechnen: Der Erzeuger stellt monatlich (auf Wunsch jährlich) eine Rechnung über die zugeteilten kWh.
Organisatorische Aufgaben wie Anmeldung und Abrechnung können Sie auch an einen Dienstleister („Organisator“) übertragen. Die Musterverträge sind allerdings für die Abwicklung ohne Dritte gedacht – mit Organisator sollten sie angepasst werden.
Wichtig:
- Ab 30 kW (Haushalte) bzw. 100 kW (alle anderen) gelten Pflichten wie für Stromlieferanten: Lieferbedingungen, Informationsblatt, Rechnung.
- Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht Strom verkauft, sollte prüfen, ob eine Gewerbeberechtigung nötig ist.
- Die Musterverträge sind ein Ausgangspunkt – eine individuelle Anpassung ist stets erforderlich.
Download
- Musterverträge und Online-Guide zum P2P im Downloadbereich der Koordinationsstelle